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Ich beschreibe hier meine Erfahrungen mit einem Kopfhörer, der den Schall über den Knochen überträgt und nicht über den Gehörgang (Knochenschall oder bone conducting).Zum Hintergrund: Ich bin ein Mann mit einer lange bestehenden Hörminderung und trage Hörgeräte. Ich bin es also gewohnt, Stöpsel oder Hörgeräte über längere Zeitabschnitte im Ohr zu haben.Ich werde die Vor- und Nachteile abschnittsweise erklären, um die einzelnen Teile überschaubar zu halten.VorbemerkungIch habe bereits drei Monodeal-Knochenschallkopfhörer (ES-850 Pro im Oktober 2022, CS05 im November 2023 und X14 im September 2024) getestet. Teile der damaligen Rezensionen wurden verwendet, da einige Sachen gleich geblieben sind.Getestet wird hier das Modell Kabelloser Knochenschallkopfhörer X8 Pro, ein weiteres Modell aus der waserdichten Serie, der für einen Schwimmbadbesuch geeignet ist.VerpackungDie Verpackung ist dieses Mal deutlich größer bei gleichem Inhalt und pechschwarz. Dadurch sieht man sofort Fingerabdrücke und Schlieren. Wenn man die Packung zurücksenden muss, lässt sich der „Urzustand“ z.B. mit einem Brillenputztuch wieder herstellen. Der Inhalt ist in eine Plastikform eingepasst, das Zubehör liegt lose darunter.InhaltKopfhörer, Anleitung, Garantiekarte, Ladekabel und zwei verschiedene Paar Ohrstecker.AnleitungDie Anleitung ist ein kleines Heft mit je fünf Seiten auf Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Französisch. Die Schriftgröße ist erstaunlich gut lesbar.Die Anleitung ist präzise und beschreibt die Knöpfe und den Ladeprozess, dazu kommen Sicherheitshinweise.Was wie immer fehlt, ist eine kleine Einführung zu dem Produkt. Es gibt keine Beschreibung, wie ein Bone Conduction Headset funktioniert. Und es gibt keinen Hinweis auf die beiliegenden Ohrstecker. Das wäre schon wichtig, weil die volle Wirkung des Kopfhörers sich erst durch die Verwendung der Ohrstecker entfaltet. Ich empfehle, sich für einen Überblick über die Funktion in jedem Fall die Beschreibung auf der Amazon-Seite anzusehen und durchzulesen.Die weibliche Stimme, die über An und Aus etc. informiert, ist dieses Mal gut zu verstehen und wohl nur Englisch. Zum Glück braucht man sie nach kurzer Zeit nicht mehr.OhrsteckerDamit der Kopfhörer seine volle Wirkung entfalten kann, muss die Geräuschzufuhr in das Ohr unterbrochen werden. Dafür werden sowohl die typischen knetbaren Ohrstecker als auch erstmalig wieder (nach dem 850 Pro) die Stufenstöpsel gegen Lärm mitgeliefert. Alle sind formbar und passen somit praktisch in jeden Gehörgang. Allerdings filtern Sie die Umgebungsgeräusche ziemlich effektiv heraus, was natürlich auch Nachteile hat, vor allem, wenn man sich im Straßenverkehr bewegt.Ich habe den Kopfhörer auch ohne Ohrstecker getestet. Nach einer Weile hat sich der Körper (Kopf) daran gewöhnt und die Tonwiedergabe ist besser als erwartet. Hörbücher kann ich damit allerdings nicht hören. Dazu reicht die Lautstärke nicht.TragekomfortMan muss sich darüber im Klaren sein, dass der Kopfhörer und die Ohrstecker in Kombination arbeiten. Der Kopfhörer hat einen Bogen, der beide Seiten verbindet und einen Bügel, der sich um das Ohr legt wie eine Sportbrille. Dazu kommen die Ohrstecker. Wer jetzt noch eine Brille trägt, hat zwei Bügel hinter dem Ohr.Aufgrund der Konstruktion (Kontakt zum Knochen) muss der Kopfhörer eng anliegen. Das wird durch den Bügel und den dann nach innen gehenden Kontakt bewirkt. Es hängt natürlich auch vom Kopf ab, je schmaler, desto weniger eng liegt er an.Technik und BedienungDer Kopfhörer hat drei Knöpfe auf der rechten Seite, Laut und Leise und einen Multifunktionsknopf. Die Knöpfe haben einen spürbaren Druckpunkt, reagieren präzise und steuern die wichtigsten Operationen (An/Aus, Ablehnen/Annehmen/Auflegen/Erneut anwählen, Pairing, Lautstärke und Springen. Allerdings muss man sich eine Reihe von Klicks und Druckzeiten merken. Was es nicht gibt, ist das Vorspulen. Man kann nur von Track zu Track springen.Für den Ladevorgang hat der Kopfhörer vier Kontakte, die mit einem Ladekabel bedient werden, dass sich magnetisch anklickt. Keine schlechte Idee, da werden die Buchsen nicht irgendwann verschlissen. Allerdings darf man dieses Kabel auch nicht verlieren. Da es sich um eine weitere „Standard“-Verbindung handelt, kann man die Kabel nachkaufen. Und die Verbindung am Kopfhörer ist natürlich wasserdicht. Das Pin-Schema ist allerdings nicht gebräuchlich. Ich habe lediglich ein passendes Kabel gefunden. Suchbegriff bei Amazon ist Lobkin X7.Sowohl beim Hören über Bluetooth als auch mit dem eingebauten MP3-Player merkt sich das Gerät die letzte Stelle und setzt dort fort – wobei bei Bluetooth davon ausgegangen werden kann, dass dort die Quelle (Audible o.ä.) für die Sprungmarken sorgt.Das Vor- und Zurückspringen und die Lautstärkeregelungen sind Übungssache. Zumindest muss man nicht von vorne anfangen, wenn man den MP3-Modus versehentlich verlässt. Ein Springen von Verzeichnis zu Verzeichnis ist nicht möglich. Man muss also wissen, was wo ist und u.U. sehr oft klicken, bis man den Anfang des nächsten Verzeichnisses erreicht. Ich empfehle wenig Inhalt, der genau für einen Tag im Schwimmbad oder Joggen o.ä. reicht. Oder für eine Reihenfolge, die genau so „abgearbeitet“ werden soll.Die DatenverbindungDer Kopfhörer hat diesmal einen 32 Gigabyte großen Speicher, der über das Ladekabel – verbunden mit einem PC – eine beachtliche Menge an MP3-Dateien aufnehmen kann. In jedem Falle mehr als in sechs Stunden gehört werden kann. Ich habe auch eine WMA- und eine FLAC-Datei aufgespielt. Beides wurde abgespielt, wobei die FLAC-Qualität sehr schlecht war. Kann aber auch an der Datei liegen.Für das Kopieren von Daten muss man sich jedoch Zeit nehmen. Für ca. 300 MEGAbyte habe ich gute zehn Minuten gebraucht. Auch in der Anleitung steht, dass das Beladen bis zu zwei Stunden dauern kann. Also „mal schnell“ Harry Potter für das Schwimmtraining raufladen geht nicht … schnell. Getestet wurde mit verschiedenen USB-Anschlüssen. Das Nadelöhr ist der Kopfhörer, der nur mit USB 2 empfängt. Die Geschwindigkeit lag bei meinem PC zwischen 270 und 500 kb, in Spitzen 700 kb.32 GB aufladen ist also nur sinnvoll, wenn über das nächste halbe Jahr eine Playlist nacheinander abgearbeitet werden soll. Dann aber …TonumfangAls Hörgeschädigter höre ich einen erfreulichen Umfang an hohen und tiefen Frequenzen, Bässe und Vibrationen. Das habe ich mit Hörgeräten nicht, die hauptsächlich alle Frequenzen in mein Ohr bringen, aber kaum Bässe oder echten Musikgenuss. Der Kopfhörer macht das deutlich besser. Noch besser wird es mit dem zugeschalteten Equalizer, den es leider im MP3-Modus nicht gibt.TonqualitätDer über den Knochen ankommende Ton ist – kombiniert mit den Ohrsteckern – gut. Das bekommt man aber auch mit guten In-Ear-Kopfhörern hin und mit Muschelkopfhörern. Als Hörgeschädigter kann ich leider Bose von Billig nur eingeschränkt unterscheiden.Was allerdings mit einem echten WUMMS ankommt, sind Telefonate. Bei meinem ersten Anruf musste ich erst mal deutlich leiser stellen, da die Kontakte am Knochen richtiggehend vibrierten. Der Ton ist gut und verständlich – übrigens auch ohne Ohrstecker. Das Mikrofon ist Teil des Kopfhörers, keine eigene Komponente und funktioniert bei Telefongesprächen ausgezeichnet.LautstärkeDer Schatten. Auch in der neuesten Produktlinie tiefschwarz. Um Musik richtig zu genießen, braucht man ein ruhiges Umfeld. Es ist praktisch nicht möglich, Musik oder ein Hörbuch draußen zu hören. Ich muss die Lautstärke meines Smartphones bis zum Anschlag aufdrehen, um Musik – mit Ohrsteckern – mal LAUT zu hören. Und auch das ist nur durchschnittlich laut. Bitte dran denken: Meine Hörminderung liegt im OHR, nicht am Knochen. Hörbücher sind mit Ohrsteckern bei ruhiger Umgebung gut, vor allem bei einem guten Vorleser. Aber geflüsterte Passagen kommen – bei mir – weniger gut an.Wer sich in einem Raum hinsetzt und ohne Ohrstecker Musik hört, wird nach einiger Zeit merken, dass Lautstärke und Qualität richtig gut sind. Der Körper scheint sich daran zu gewöhnen. Ich habe dann über Stunden Musik bei der Hausarbeit gehört (ohne Staubsaugen natürlich). Bei Gartenarbeit geht es nicht ohne Ohrstecker.Für den X8 Pro habe ich einen bereits oben erwähnten Equalizer auf dem Handy installiert, um die Lautstärke noch ein Stück weit zu erhöhen. Damit allerdings ist es für mich, meine Hörbücher und Podcasts gut hörbar.Andererseits ist meine normale Einstellung für meine Frau schon wieder viel zu laut. NEID. Ich kann also die Lautstärke auch völlig falsch beurteilen.Im MP3-Modus ließ sich die Lautstärke noch mal erhöhen. Das war erfreulich. Allerdings ist die Qualität und Lautstärke sehr stark von den aufgespielten Dateien abhängig. Perfektes Stereo macht Spaß, ein Hörbuch mit unterschiedlicher Rechts-Links-Aussteuerung gar nicht. Ich empfehle also ein umfangreiches eigenes Testen von vorhandenen Dateien.GesamteindruckWenn Sie sich in einer ruhigen Umgebung befinden, Straßenlärm ausblenden und sich entspannen können, können Sie gut Musik hören, wenn auch nicht allzu laut. Kombiniert mit den Ohrsteckern gewinnen Sie an Lautstärke und Volumen und auch Hörbücher machen Spaß.Wenn Sie sich draußen befinden, sind die Ohrstecker unter Umständen eine Gefahr oder ein Hindernis. Beim Autofahren wohl sogar strafbar.Ach ja: Insgesamt fünf Sterne, Tendenz vier, da der X8 Pro gegenüber seinem Vorgänger wieder weniger laut und das Kabel noch proprietärer ist. Die deutlich höhere Lautstärke im MP3-Modus macht das wieder wett.Leider konnte ich den Kopfhörer nicht im Wasser testen. Mein nächster Schwimmbad-Besuch wird erst im April sein. Dann werde ich allerdings den Test nachliefern.
